#06 iMooX.at

#06 iMooX.at

Autoren: Martin Ebner, Walther Nagler

Die österreichische MOOC-Plattform

Was sind MOOCs?

Das Kürzel MOOC steht für Massive Open Online Course, also ein kostenloser, eventuell offen lizenzierter Online-Kurs für viele Teilnehmende. Wissenschaftlich hat sich dabei durchgesetzt, dass die Dunbar-Zahl (150) herangezogen wird, um zu beurteilen, ob ein Kurs als „massive“ bezeichnet werden kann. Das ist jene Grenze, bei der man davon ausgeht, dass eine einzelne Person in der Lage ist, soziale Beziehungen mit anderen zu erhalten.

2012 wurde das „Year of the MOOC“ ausgerufen, nachdem ausgehend von den USA immer mehr Lehrende begannen, sogenannte MOOCs anzubieten, und entsprechende Plattformen wie Udacity, Coursera und edX gegründet worden waren.

Die generelle Idee von MOOCs war ursprünglich, Online-Kurse kostenlos für viele Lernende anzubieten und gemeinsam über das Internet zu lernen. Die ersten Kurse waren dabei noch stark vom gemeinsamen Online-Diskurs geprägt. Bald entdeckten immer mehr Lehrende, u.a. Sebastian Thrun (Mitgründer von Udacity), die Möglichkeit, mit Online-Kursen Wissen zu vermitteln, ebenso für sich. Als sich dann mehr als 100.000 Personen zu diesen Kursen anmeldeten, waren die MOOCs endgültig als „neues“ Phänomen im Fachbereich Technology Enhanced Learning anerkannt.

Die Geschichte von iMooX.at

iMooX.at ist eine MOOC-Plattform, ähnlich den amerikanischen Vorbildern, mit dem Ziel, MOOCs verschiedenster Themen auf universitärem Niveau anzubieten. Die Plattform entstand 2013 an der TU Graz aus einem Projekt des Zukunftsfonds Steiermark zusammen mit der Universität Graz und wird seitdem an der TU Graz betrieben. Vorrangig ging es im ersten Schritt darum, Bildungsinhalte für die Gesellschaft zugänglich zu machen, woraus sich die direkte Forderung nach offen lizenzierten OER-Inhalten ergab. Dies ist für jeden MOOC auf iMooX.at heute noch Pflicht.

Hier noch ein paar Meilensteine:

2013
Gründung der Plattform iMooX.at durch die Karl-Franzens-Universität Graz und die Technische Universität Graz
2014
erhält iMooX.at die Patenschaft der UNESCO, weil es mit deren Bildungszielen einher geht

„Unsere Entscheidung, die Schirmherrschaft über Ihr Projekt zu übernehmen, beruht auf der Umsetzung der UNESCO Schwerpunkte im Bereich Bildung. Ihr Projekt ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für den offenen Zugang zu Information (http://www.unesco.org/new/en/communication-and-information/access-to-knowledge/open-access-to-scientific-information/), sondern dient auch der Förderung der Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich der Bildung (http://en.unesco.org/themes/ict-education).“

– Österreichische UNESCO-Kommission am 09.10.2014

2015
wird die erste Lehrveranstaltung mit einem MOOC an der TU Graz begleitet
2015
erhält der MOOC „Gratis Online Lernen“ den österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung
2017
erfolgt die erste große technische Umstellung
2018
startet der bisher größte MOOC auf der Plattform zur DSGVO mit mehr als 10.000 Teilnehmer:innen
2019
bietet die TU Graz neben den MINT-MOOCs auch noch die ersten FIT-Kurse für Studienanfänger:innen in den Fächern Mathematik und Informatik an
2020
fördert das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung iMooX.at mit dem Ziel, die Plattform allen österreichischen Hochschulen zur Verfügung zu stellen
2021
erfolgt ein großes grafisches und technisches Update

Daten & Fakten zu iMooX.at (Stand Jänner 2021)

Im Laufe der Jahre sind zahlreiche Kurse entstanden und viele Lernende haben sich auf iMooX.at weitergebildet.

Hier ein paar Zahlen:
  • mehr als 100 MOOCs wurden bereits abgehalten,
  • mehr als 58.000 Lernende haben die Angebote in Anspruch genommen
  • und mehr als 70 Partner:innen haben mit uns zusammengearbeitet

Hinweise zur Plattform
iMooX.at ist im Gegensatz zu anderen Plattformen strikt daran gebunden, dass alle Kurse offen lizenzierte Inhalte anbieten. Somit können diese urheberrechtlich unbedenklich weiterverwendet werden. Weiters ist iMooX.at auch DSGVO-konform und bietet als Authentifizierung die „eduID“ an. Dies bedeutet, dass sich Lernende von österreichischen Hochschulen nicht registrieren müssen, sondern als Login die Authenti-fizierungsdaten ihrer Hochschule verwenden können. Sämtliche Lernvideos werden zusätzlich auf YouTube veröffentlicht und sind zum Teil im Sinne einer barrierearmen Zugänglichkeit auch untertitelt.

Mit dem Relaunch im Jänner 2021 ist iMooX.at unter dem Schlagwort „mobile first“ für das Lernen mit mobilen Endgeräten ausgelegt. Ebenso neu sind Landingpages der einzelnen Bildungspartner mit einer Liste jener Online-Kurse, die von der jeweiligen Institution angeboten werden.

Wie können Sie iMooX.at in der Lehre verwenden?

iMooX.at steht Ihnen in der Lehre an der TU Graz für zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Sie können alle Inhalte eines MOOCs ohne Bedenken in Hinsicht auf Urheberrecht für Ihre eigene Lehre verwenden, egal ob Sie einen ganzen Kurs oder vielleicht nur Teile davon benötigen. Sie müssen lediglich die entsprechende freie Lizenz angeben, die Sie in der jeweiligen Kursbeschreibung finden.
  2. Sie können auf der Plattform selbst MOOCs auf Hochschulniveau anbieten. Wenn Sie daran Interesse haben, kontaktieren Sie uns bitte einfach über office@imoox.at.

Weiterführende Informationen
Weiterlernen mit dem MOOChub: iMooX.at ist Teil des internationalen Verbundes MOOChub.org. Dort finden Sie weitere kostenlose Online-Kurse – neben den Kursen von iMooX.at auch jene der Partner-Plattformen.

Lesetipps:
Khalil, Mohammad & Ebner, Martin (2016).
When Learning Analytics Meets MOOCs – a Review on iMooX Case Studies. 648. 3-19. 10.1007/978-3-319-49466-1_1, unter: https://www.researchgate.net/publication/310049259_When_Learning_Analytics_Meets_MOOCs_-_a_Review_on_iMooX_Case_Studies

Ebner, Martin, Braun, Clarissa & Schön, Sandra (2019).
Mehr als nur ein MOOC – Sieben Lehr- und Lernszenarien zur Nutzung von MOOCs in der Hochschullehre und anderen Bildungsbereichen. In: Jörg Hafer, Martina Mauch & Marlen Schumann (Hrsg.), Teilhabe in der digitalen Bildungswelt, GMW Proceedings 2019, Medien in der Wissenschaft, Band 75, Münster: Waxmann, S. 138-149 bzw.
unter: https://elearningblog.tugraz.at/archives/11381

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